Die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirft eine zentrale Frage auf: Können wir in Deutschland die Chancen internationaler Fachkräfte nutzen, um den ausgezehrten Arbeitsmarkt zu stärken – oder verzichten wir darauf?

Begriffe wie „Willkommenskultur“, „Arbeitsmigration“, „internationale Fachkräfte“ oder „kulturelle Vielfalt“ sind nach Jahren intensiver Debatten bei vielen mit Aversionen verbunden. Gerade in Regionen mit sehr geringem Ausländeranteil prägen häufig Vorurteile die Begegnung mit Nachbarinnen oder Kollegen anderer Herkunft – auch wenn diese hoch qualifiziert sind und sich einfach sprachlich noch schwertun. Als Recruiting- und Relocation-Agentur erleben wir oft, dass zu wenig getan wird, damit internationale Fachkräfte in den Betrieben gut ankommen und ihr Potenzial langfristig entfalten können.

Zu unseren Erfahrungen im internationalen Recruiting hat ein Redakteur der Wirtschaftswoche auch unsere Geschäftsführerin Miriam Mueller befragt. Das Fazit: Sprache ist für eine gelingende Integration das A und O. Gleichzeitig braucht es dafür neben weniger Bürokratie auch eine größere Offenheit der Gesellschaft für Migration.

Denn der Bedarf ist gewaltig: Bei bundesweit 4,3 Millionen fehlenden Arbeitskräften in den nächsten zehn Jahren schneiden sich Regionen, die als ausländerfeindlich wahrgenommen werden, massiv ins eigene Fleisch. Und der Wettbewerb um die Köpfe nimmt in allen alternden Industrienationen zu. Um nicht einen starken Verlust an Wertschöpfung und Wohlstand zu erleben, müssen viele Bundesländer jetzt die richtigen Weichen in Sachen Migration stellen: hin zu mehr Offenheit und Attraktivität.

Die anstehende Wahl ist ein guter Zeitpunkt, um über solche Zukunftsfragen noch einmal nachzudenken – und Chancen zu ergreifen, die letztlich unserem Land, den Unternehmen und der Bevölkerung zugutekommen.

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